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Arnold Weiss
Fabrik für Lederbekleidung GmbH & Co. KG
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Arnold Weiss Lederbekleidung - Seit 1868

Arnold Weiss

Fabrik für Lederbekleidung GmbH & Co.KG

Kleine Gerbergeschichte

Die hohe Kunst des Gerbens ist fast so alt, wie die Menschheit und somit eines der ältesten Handwerke. Funde und Wandzeichnungen beweisen, dass Felle und Leder erste Bekleidungsstücke der Urvölker waren. In frühchristlichen Gräbern wurden Ledersandalen und Lederumhänge gefunden.

Römische Ledersandale (Nachbildung)

Mit der Entdeckung des Feuers wurde sehr schnell die gerbende Wirkung des Rauches bekannt.

Die Entwicklung der Gerberei durch viele Jahrhunderte ist hochinteressant. Immer mehr Naturtechniken zum Gerben wurden ausbprobiert und im Laufe der Zeit verfeinert.

Gekochte Leder wurden zu Wasserbehältern verarbeitet. Die Gerbung mit Fischtran war für die Mokassin-Herstellung des Beste. Das große Spektrum der pflanzlichen Gerbsäuren brachte Leder in braunen und rötlichen Farben. Helle Farben waren sehr schwierig in der Herstellung, solange ausschließlich mit Naturgerbstoffen gearbeitet wurde.

Ganz gleich, welche Gerbmethoden angewendet wurden, es war immer mit starken, unangenehmen Gerüchen verbunden. Es wurden verschiedene Vorschriften aus dem Mittalalter gefunden, die es in manchen Ländern untersagten, Gerbereien aus diesen Gründen in Städten anzusiedeln.

Die Gerbtechnik des Altertums und des Mittelalters haben sich kaum unterschieden. Eine große, sprunghafte Steigerung von Gerbhandwerk mit langen Gerbzeiten in eine rationell arbeitende Großindustrie setzte im 19. Jahrhundert ein.

Es wurde das rotierende Gerbfass erfunden und die Gerbgrube weitergehend abgelöst. Schnellere Gerbzeiten wurden erzielt. Der Einsatz der pflanzlichen Gerbstoffe wurde durch chemische Stoffe stark zurückgedrängt. Mit der Anwendung moderner Gerbtechniken und neuer Gerbemittel wurden neue Ledertypen erzielt. Besonders durch die Erfindung "Chromsalze" zur Lederfertigung einzusetzen, bekam die Lederbekleidungsgerberei den größten Aufschwung. Der Häuteanfall im eigenen Land reichte bald nicht mehr aus. Es musste aus tierreichen Ländern importiert werden. Rohhäute aus aller Welt wurden in Deutschland zu hochwertigen Ledern in industrieller Fertigungsweise gegerbt. Die ständig ansteigende Leistungskurve der deutschen Gerbindustrie wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts gebrochen, die Gerbereien größtenteils stillgelegt. Die Zerstörungen des Krieges, hohe Auflagen des Umweltschutzes und Verbote der Regierungen der Hauptlieferländer, dass keine Rohstoffe mehr exportiert werden durften, sondern ausschließlich Fertigprodukte, also gegerbte Leder, machten es immer schwieriger, fast unmöglich, in Deutschland zu gerben.

Chromgerbung (Mineralgerbung)

Durch intensive Forschungsarbeit wurde festgestellt, dass es Metalle gibt, die Salze bilden können; so genannte Metallsalze, die über hervorragende Gerbfähigkeit verfügen. Größte Bedeutung haben weltweit die Chromsalze und somit die Chromgerbung erreicht. Sie hat in kurzer Zeit die Pflanzgerbung für Bekleidungsleder abgelöst.

Vorteile der Chromgerbung:

  • helle Farben sind lichtecht einzufärben
  • hohe Widerstandsfähigkeit
  • doppelt so hohe Reißfestigkeit
  • niedriges spezifisches Gewicht

Heutiger Stand

Der heutige Stand der Gerbgeschichte

Heute beziehen deutsche Konfektionäre fast 90 % ihres Lederbedarfs aus dem Ausland, das bemüht ist, seine Gerbereien zu industrialisieren. Die heutige in- oder ausländische Gerbindustrie hat die Aufgabe, verderbliche tierische Häute durch entsprechende chemische behandlungsprozesse in haltbare Leder umzuwandeln. Darüber hinaus müssen die hochwertigen, natürlichen Eigenschaften der Haut erhalten bleiben. Durch gekonnte Zurichttechniken werden Trageeigenschaften und Optik des Bekleidungsleders verbessert. Es werden unzählige Gerbarten unterschieden. Das Spektrum von Sohlenleder bis zum Fensterleder, und alles, was dazwischen liegt, ist sehr groß. Die Art der angewendeten Gerbung bestimmt den späteren Ledertyp.

Zunftwappen der Gerber

Zunftwappen der Gerber

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